Lernbegleiter*innen


Wenn man als Schule sein Unterrichtskonzept überdenkt und grundlegende Entscheidungen trifft, dann betrifft dies nicht nur die Organisation. Es beginnt bereits mit der Definition des Begriffs „Lehrer*in“. Alle Kolleg*innen der Montessori-Reformschule lieben ihren Fachbereich und motivieren durch ihre Begeisterung. Sie leben ihr Fach. Das ist großartig, aber längst nicht alles, sondern eine Grundvoraussetzung. Die Einstellung den Schüler*innen und dem Lernen gegenüber ist nämlich viel entscheidender. Für Lehrer*innen an der Montessori-Reformschule Dorsten stehen die Schüler*innen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt. Es gilt, alle Schüler*innen in ihrem Lernen zu beobachten und auf ihrem Weg zu begleiten. Deshalb haben wir uns von dem Begriff „Lehrer*in“ getrennt und sprechen grundsätzlich von Lernbegleiter*innen.

FreiArbeit


Um allen Schüler*innen grundsätzlich die Möglichkeit zu geben, zu jedem Zeitpunkt an Themen ihrer Wahl arbeiten zu können, haben wir an der Montessori-Reformschule den fächerbezogenen Unterricht weitestgehend aufgebrochen und auch die Stundenplanstruktur komplett verändert. Viele Unterrichtseinheiten finden nun in der FreiArbeit statt. FreiArbeit ist also kein Teil des Stundenplans, sondern ein durchgängiges Prinzip. 

Selbsterklärende, motivierende Materialien, die den Schüler*innen in den einzelnen, individuell ausgestatteten Fachräumen zur Verfügung stehen, laden zur Vertiefung der Inhalte ein. Regelmäßig stattfindende Präsentationen in Form von eigenständig ausformulierten und gestalteten Referaten bilden einen Schwerpunkt des Unterrichtes. Oftmals entstehen dabei fächerübergreifende Themenschwerpunkte, zu denen geforscht und gearbeitet wird und durch die unsere Schüler*innen das Lernen lernen. 

Während der Unterrichtseinheiten werden neue Lerninhalte der unterschiedlichen Fächer in sogenannten Fortbildungen angeboten. Die Themen der Fortbildungen werden den Schüler*innen jeden Morgen während einer Mentoreneinheit bekannt gegeben. Der Mentor unterstützt und berät bei der Planung des individuellen Schultags. 

Lerndokumentation


Es wird schnell deutlich. Schüler*innen der Montessori-Reformschule sammeln keine Zensuren, Montessori-Reformschüler*innen sammeln Momente. Alle Schüler*innen tragen dabei jeweils selbst die Verantwortung für ihre persönlichen Lernprozesse. Wir Lernbegleiter*innen tragen die Verantwortung, dass dies gelingen kann.

Arbeiten in der FreiArbeit will gelernt sein. Um über das Erlernte reflektieren zu können und in den gemeinsamen Dialog zwischen Schüler*innen, Lernbegleiter*innen und Eltern zu kommen, bedarf es einer strukturierten, aber dennoch offen gehaltenen Dokumentationsform.

An der Montessori-Reformschule ist das der „Rote Faden“. Zum Roten Faden gehören das MOmeNTEbuch und die BildungsMOmeNTE. Diese bilden die Grundlage für den Dialog zwischen Schüler*innen, Lernbegleiter*innen und Eltern.

Zu Beginn des Schuljahres erhält jede*r Schüler*in ein so genanntes MOmeNTEbuch. In diesem werden die Tätigkeiten in den einzelnen Freiarbeitszeiten von den Schüler*innen festgehalten. Das MOmeNTEbuch dient als eine Art Tagebuch, in dem bereits eine kleine Selbstreflektion stattfinden kann. Nach jeder Lerneinheit notieren die Schüler*innen, woran sie gearbeitet haben und in welcher Form. Die Aufzeichnungen der Schüler*innen können als Rückmeldebogen, aber durchaus auch als Arbeitsplan genutzt werden. Zusätzliche Eintragungen in den ErfolgsMOmeNTEn und den VeränderungsMOmeNTEn laden alle Schüler*innen ein, das eigene Schulleben zu reflektieren.

Aufgabe der Lernbegleiter*innen ist es, Gelegenheiten zu schaffen, sich vor dem Hintergrund der Lernziele des Landes NRW frei ausprobieren zu dürfen. Die BildungsMOmeNTE dokumentieren jeweils den individuellen Lernweg der einzelnen Schüler*innens. 

Erst ab Klasse 9 werden die schulischen Leistungen in den einzelnen Fächern benotet. Dies ist notwendig aufgrund der staatlich anerkannten Schulabschlüsse, welche die Schüler*innen erlangen.

Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf


An der Montessori-Reformschule wird in sämtlichen Klassen inklusiv gearbeitet. 

Die Förderschwerpunkte liegen in den Bereichen geistige Entwicklung, Lernen, Sprache, Sehen/Hören und körperlich/motorische Entwicklung

Unser oberstes Ziel ist es, allen Schüler*innen gerecht zu werden. Die Aufnahme eines Kindes mit Unterstützungsbedarf hängt also davon ab, ob die Montessori-Reformschule dessen individuelle Förderung in der konkreten Klassenzusammensetzung gewährleisten kann. Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, die zieldifferent unterrichtet werden, erhalten einen Abschluss im Bildungsgang Lernen. 

Kinder mit Hochbegabung


Aufgabe aller Lernbegleiter*innen ist das aufmerksame Beobachten der Lernentwicklung eines jeden Kindes. Nur so kann der individuelle Bedarf eines jeden Einzelnen erkannt werden. Das Konzept der FreiArbeit ermöglicht es, Schüler*innen mit besonderen Begabungen gerecht zu werden.

Der Lernstoff aller sechs Schuljahre (und darüber hinaus auch einiges mehr) steht allen Schüler*innen in Form der Montessori-Lernmaterialien und ergänzenden Materialien in seiner Gesamtheit von Anfang an zur Verfügung, sodass ein individuelles Fortschreiten oder Verbleiben ermöglicht wird.

Es gibt also Schüler*innen, die sich im fünften Schuljahr in Mathematik schon in Stoffe der siebten Klasse einarbeiten, während sie in Deutsch noch nicht sicher beherrschte Lerninhalte länger vertiefen können.

Bildungsreisen


Sowohl in der Eingangs- als auch in der Abschlussstufe findet eine gemeinsame Stufenfahrt statt. Das Ziel der mehrtägigen Reise wird in Absprache mit den Jugendlichen bestimmt.

Zusätzliche freiwillige Fahrten finden mehrmals im Jahr statt. Zu den sogenannten Bildungsreisen sind alle Schüler*innen der Jahrgänge 7 bis 10 eingeladen, die ihr Wissen in unterschiedlichen Bereichen an besonderen Orten erweitern möchten.

Fest verankert sind Reisen zu unserer Partnerschule in Rotterdam mit den inhaltlichen Schwerpunkten „Sprachen“ und „Architektur“, ebenso eine Reise nach Helgoland mit dem Schwerpunkt „Naturwissenschaften“, sowie eine mehrtägige Fahrt nach Brüssel mit dem thematischen Schwerpunkt „Politik“ – zum Kennenlernen der Hauptstadt Europas.

Berufsorientierung


Die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Jugendlichen und die Vorbereitung auf das Leben liegen uns sehr am Herzen. Dazu gehört auch die Begleitung im Bereich der Berufsorientierung. 

Diese beginnt für uns bereits im 5./6. Jahrgang mit einem Fortbildungsangebot zum Thema „Berufe“. Im Unterricht haben alle Schüler*innen die Möglichkeit, verschiedene Berufsfelder kennenzulernen und sich auf vielfältige Art und Weise mit dem Thema Berufe in der Theorie zu beschäftigen.

In der Jahrgangsstufe 7 nehmen alle Schüler*innen am „Girls’Day/Boys’Day“ teil. Dieser ist ein bundesweiter Aktionstag zur Berufsorientierung und Lebensplanung und unter den (mittelständischen) Betrieben allgemein bekannt. Sinn und Zweck ist es, dass Jungen sich mit „frauentypischen“ Berufen auseinandersetzen, beispielsweise im erzieherischen oder pflegerischen Bereich und Mädchen einmal „männertypische“ Berufsfelder kennenlernen, wie beispielsweise im elektrotechnischen oder im handwerklichen Bereich. Es entsteht für beide Geschlechter ein Blick auf möglicherweise zuvor nicht in Betracht gezogene Berufsfelder – das Spektrum der Auswahl kann sich erweitern. Darüber hinaus lernen die Kinder einen Arbeitstag kennen und können schon einmal feststellen, wie es sich „anfühlt“ zu arbeiten.

In zweiten Schulhalbjahr der Jahrgangsstufe 8 machen die Schüler*innen einmal wöchentlich bis zum Ende des Schuljahres ein Praktikum, in einer von ihnen gewählten Einrichtung. Daneben absolvieren sie ein zweiwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung. Dieses findet im April/ Mai statt.

Das Betriebspraktikum gibt den Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 die Gelegenheit, unter „Profibedingungen“ die Bewerbung um und die Durchführung eines Praktikums in einem möglichen Wunschberuf zu üben. Es werden professionelle Bewerbungen erstellt, Bewerbungsgespräche geübt und das Praktikum selbst mit einem Berichtsheft dokumentiert. Bewerbungsfenster in Betrieben oder weiterführenden Schulen sind ebenfalls Thema in diesem Jahrgang.

 

Schulabschlüsse


Folgende staatlich anerkannte Schulabschlüsse können von den Schüler*innen erlangt werden:

  • mittlerer Schulabschluss nach Klasse 10 (Realschulabschluss)
  • mittlerer Schulabschluss mit Qualifikation zur gymnasialen Oberstufe

Blogpost zum Abschluss 2021

Blogpost zum Abschluss 2020

Raumsituation


Die Schule

Die Montessori-Reformschule befindet sich im Dorstener Stadtteil Wulfen direkt an der B58 und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. 

​​Die Fachräume

All unsere Unterrichtsräume sing großzügig, hell und ansprechend eingerichtet, so dass sie die Entfaltung einer positiven Arbeitsatmosphäre optimal unterstützen.

Unser Raumprogramm ist so konzipiert, dass die Schüler*innen in Fachräumen arbeiten. Dort befinden sich alle Materialien, die in den einzelnen Fachbereichen zum selbsttätigen, handelnden Lernen zur Verfügung stehen bzw. benötigt werden.

So vermittelt die Montessori-Reformschule den Eindruck einer großen Biblio- und Mediathek. Sämtliche Regale sind offen gestaltet und laden ein, sich jederzeit mit den Materialien zu beschäftigen. 

​Nicht nur die Beschäftigung mit den Montessori-Materialien lädt dazu ein, auch einmal auf dem Boden zu arbeiten. Viele Schüler*innen genießen es, nicht nur am Tisch, sondern auch einfach mal ganz „unkonventionell“ in die Arbeit zu gehen. Deshalb haben wir uns entschieden, einige Räumlichkeiten mit Teppichboden auszustatten.

Die Treffpunkte

Jede Jahrgangsstufe verfügt über einen Raum, in dem die persönlichen Arbeitsmaterialien zu finden sind. Jedes Klassenmitglied hat hier ein eigenes Fach, indem es seine Schulsachen aufbewahren kann. Alle Schüler*innen besitzen mehrere Ordner, die nach einem bestimmten Ordnungssystem angelegt und gepflegt werden.

Die Sitzordnung der Schüler*innen stellt sich in jeder Lerngemeinschaft immer wieder anders dar. Grundsätzlich gilt die freie Platzwahl – ganz wie der Bedarf der Jugendlichen ist. 

​​Die Aula

In der Aula versammeln sich die Lerngruppen für gemeinsame Feierlichkeiten. Sie dient aber ebenfalls als zusätzliches Raumangebot für verschiedene Freiarbeitsangebote und Fortbildungen sowie für unseren Kiosk – die „Essbar“.

​​Der Schulgarten

Er befindet sich direkt auf dem Schulgelände und ist in das Schulprogramm der Montessori-Reformschule fest integriert.

​​Die Schulküche

Für Kocheinheiten während des Unterrichts steht eine großzügig eingerichtete Schulküche zur Verfügung. Dort wird beispielsweise italienisch gekocht oder Weihnachtsplätzchen gebacken.

​​Das Mittagessen

Zwei Essensräume empfangen die Schüler*innen zum Mittagessen.

​​Die EssBar

Geöffnet in der Mittagspause und bei vielen Schüler*innen heiß begehrt. Frikadellen, Joghurt, Laugenbretzeln – unser Sortiment wechselt stetig.